Illustration eines KI-Roboters am Laptop, die einen ungenauen und einen verbesserten KI-Prompt gegenüberstellt. Symbole zeigen wichtige Angaben für bessere KI-Ergebnisse.

5 typische Fehler beim Schreiben von KI-Prompts – und wie du bessere Ergebnisse bekommst

Künstliche Intelligenz kann Texte schreiben, Ideen entwickeln, Informationen erklären und bei vielen alltäglichen Aufgaben helfen. Manchmal liefert sie erstaunlich gute Ergebnisse. Manchmal kommt allerdings etwas heraus, das mit der ursprünglichen Vorstellung wenig zu tun hat.

Das liegt nicht immer an der KI selbst. Häufig spielt auch die Art der Aufgabenstellung eine wichtige Rolle.

Die Anweisung, die du einer KI gibst, wird als Prompt bezeichnet. Je verständlicher du deine Aufgabe beschreibst, desto besser kann die KI erkennen, welches Ergebnis du erwartest.

Dabei musst du weder programmieren können noch komplizierte Befehle lernen. Oft reichen bereits ein paar zusätzliche Informationen.

Ich zeige dir fünf typische Fehler beim Schreiben von KI-Prompts und wie du sie mit einfachen Mitteln vermeiden kannst.

Zu ungenaue Anweisungen

Einer der häufigsten Fehler besteht darin, der KI eine Aufgabe zu geben, ohne genauer zu beschreiben, was eigentlich erwartet wird.

Stell dir vor, du möchtest einen kurzen Text für die Website eines kleinen Handwerksbetriebs erstellen.

Ein ungenauer Prompt:

„Schreibe einen Text über einen Malerbetrieb.“

Die KI weiß jetzt zwar, worum es grundsätzlich geht. Sie kennt aber weder den gewünschten Umfang noch den Zweck des Textes.

Soll es eine kurze Vorstellung für die Startseite werden? Eine ausführliche Beschreibung der Leistungen? Oder vielleicht ein Werbetext für soziale Medien?

Das Ergebnis wird deshalb möglicherweise sehr allgemein ausfallen.

Ein besserer Prompt:

„Schreibe einen freundlichen Vorstellungstext für die Startseite eines kleinen Malerbetriebs. Der Betrieb bietet Malerarbeiten, Tapezierarbeiten und Fassadengestaltung an. Der Text soll etwa 120 Wörter umfassen, verständlich geschrieben sein und sich an Privatkunden richten.“

Mit dieser Aufgabenstellung kann die KI wesentlich gezielter arbeiten.

Sie kennt das Thema, die Zielgruppe, den Verwendungszweck und die gewünschte Länge.

Mein Tipp: Überlege vor dem Schreiben eines Prompts, was du am Ende tatsächlich erhalten möchtest. Schon wenige zusätzliche Angaben können einen großen Unterschied machen.

Wichtige Hintergrundinformationen fehlen

Eine KI kennt deine persönlichen Vorstellungen, dein Unternehmen oder dein aktuelles Projekt nicht automatisch.

Wenn du wichtige Informationen weglässt, muss sie mit allgemeinen Annahmen arbeiten.

Das kann dazu führen, dass ein Text zwar sprachlich gut klingt, aber überhaupt nicht zu deiner Situation passt.

Ein ungenauer Prompt:

„Schreibe einen Facebook-Beitrag über meine neue Website.“

Die KI weiß nicht, was du anbietest, wen du erreichen möchtest oder welchen Eindruck dein Beitrag vermitteln soll.

Möglicherweise entsteht ein übertriebener Werbetext, obwohl du eigentlich persönlich und zurückhaltend auftreten möchtest.

Ein besserer Prompt:

„Ich betreibe nebenberuflich ein kleines Angebot für Webdesign und grafische Gestaltung. Meine Zielgruppe sind kleine Unternehmen, Vereine und Privatpersonen. Ich möchte auf Facebook meine neue Website vorstellen. Schreibe einen freundlichen, persönlichen Beitrag ohne übertriebene Werbeversprechen. Der Text soll zeigen, dass ich verständliche und bezahlbare Lösungen anbiete.“

Jetzt erhält die KI wichtige Hintergrundinformationen.

Sie kann ihre Formulierungen besser auf deine Zielgruppe und die gewünschte Wirkung abstimmen.

Gerade bei wiederkehrenden Aufgaben lohnt es sich, grundlegende Informationen über ein Projekt bereitzuhalten.

Dazu können beispielsweise die Zielgruppe, die gewünschte Ansprache, typische Leistungen oder bestimmte gestalterische Vorgaben gehören.

Du musst diese Informationen nicht jedes Mal vollständig neu formulieren, sofern das verwendete KI-Werkzeug sie im aktuellen Gespräch oder über entsprechende Funktionen berücksichtigen kann.

Mein Tipp: Beschreibe der KI nicht nur, was sie tun soll, sondern auch, für wen und in welchem Zusammenhang das Ergebnis verwendet wird. Teile dabei nur Informationen, die für die Aufgabe tatsächlich notwendig sind.

Zu viele Aufgaben auf einmal stellen

KI kann auch umfangreiche Aufgaben bearbeiten. Trotzdem ist es nicht immer sinnvoll, alles in eine einzige Anweisung zu packen.

Besonders bei größeren Projekten kann es passieren, dass einzelne Anforderungen übersehen werden oder das Ergebnis nicht deinen Vorstellungen entspricht.

Stell dir vor, du möchtest eine neue Website planen.

Ein überladener Prompt:

„Plane mir eine komplette Website für einen Sportverein, schreibe alle Texte, erstelle die Navigation, entwickle ein Farbkonzept, mache Vorschläge für Bilder und schreibe gleich noch fünf Facebook-Beiträge.“

Die KI kann darauf reagieren. Allerdings besteht die Gefahr, dass viele Bereiche nur oberflächlich behandelt werden.

Außerdem weißt du möglicherweise selbst noch nicht genau, wie die fertige Website aussehen soll.

Ein besserer Weg:

Teile das Projekt in mehrere Schritte auf.

Beginne beispielsweise mit:

„Ich möchte eine übersichtliche Website für einen kleinen Sportverein erstellen. Welche Hauptseiten würdest du empfehlen? Berücksichtige dabei die Zielgruppen Vereinsmitglieder, Interessenten und neue Mitglieder.“

Wenn die vorgeschlagene Struktur passt, kannst du anschließend die einzelnen Seiten ausarbeiten lassen.

Danach folgen beispielsweise die Texte, das Farbkonzept und die Bildgestaltung.

Auf diese Weise kannst du jeden Zwischenschritt prüfen und bei Bedarf korrigieren.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du grundsätzlich nur eine Aufgabe pro Prompt stellen darfst.

Bei einfachen oder eng zusammenhängenden Aufgaben kann eine gemeinsame Anweisung durchaus sinnvoll sein.

Mein Tipp: Arbeite bei größeren Vorhaben schrittweise. Lass dir zunächst eine Struktur oder einen Vorschlag erstellen und entscheide dann, welche Teile weiter ausgearbeitet werden sollen.

Keine Vorgaben für das gewünschte Ergebnis machen

Selbst wenn die eigentliche Aufgabe verständlich beschrieben ist, kann das Ergebnis noch immer anders ausfallen als erwartet.

Ein häufiger Grund: Die KI weiß nicht, in welcher Form sie antworten soll.

Möchtest du eine ausführliche Erklärung oder nur eine kurze Zusammenfassung? Soll der Text sachlich, locker oder besonders einfach geschrieben sein?

Auch die gewünschte Darstellung spielt eine Rolle.

Ein ungenauer Prompt:

„Erkläre mir, was ein Content-Management-System ist.“

Die KI könnte darauf mit einer ausführlichen technischen Erklärung antworten, die zahlreiche Fachbegriffe enthält.

Für jemanden, der sich gerade zum ersten Mal mit Websites beschäftigt, wäre das möglicherweise wenig hilfreich.

Ein besserer Prompt:

„Erkläre mir in einfachen Worten, was ein Content-Management-System ist. Der Text richtet sich an jemanden ohne technische Vorkenntnisse. Verwende ein verständliches Beispiel aus dem Alltag und beschränke die Erklärung auf ungefähr 150 Wörter.“

Jetzt sind die Erwartungen wesentlich klarer.

Du kannst auch festlegen, wie das Ergebnis dargestellt werden soll.

Beispielsweise als Tabelle, Schritt-für-Schritt-Anleitung, kurze Aufzählung oder zusammenhängender Text.

Hilfreiche Vorgaben können sein:

  • Länge: kurz, ausführlich oder eine ungefähre Wortzahl
  • Sprache: einfach, sachlich, freundlich oder förmlich
  • Zielgruppe: Einsteiger, Kunden oder Menschen mit Fachkenntnissen
  • Darstellung: Tabelle, Anleitung, Liste oder Fließtext
  • Ansprache: du, Sie oder eine neutrale Formulierung

Du musst nicht bei jeder Anfrage alle diese Angaben machen.

Entscheidend ist, welche Vorgaben für dein gewünschtes Ergebnis wichtig sind.

Mein Tipp: Wenn dir die erste Antwort nicht gefällt, musst du nicht unbedingt von vorne beginnen. Sage der KI konkret, was sie verändern soll. Beispielsweise: „Erkläre es einfacher“, „Kürze den Text um die Hälfte“ oder „Verwende weniger Fachbegriffe“.

KI-Ergebnisse ungeprüft übernehmen

Auch mit einem gut formulierten Prompt ist nicht garantiert, dass die KI immer korrekte Ergebnisse liefert.

KI-Systeme können Fehler machen, Informationen falsch einordnen oder Angaben erfinden, die auf den ersten Blick überzeugend wirken.

Besonders problematisch ist das, wenn konkrete Zahlen, rechtliche Aussagen, technische Anleitungen oder vermeintliche Quellen genannt werden.

Ein sprachlich überzeugender Text ist deshalb nicht automatisch ein fachlich richtiger Text.

Ein riskanter Prompt:

„Schreibe mir einen rechtssicheren Datenschutzhinweis für meine Website.“

Die KI könnte darauf einen professionell wirkenden Text erstellen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass dieser vollständig ist oder den rechtlichen Anforderungen deiner konkreten Website entspricht.

Ein sinnvollerer Prompt:

„Erkläre mir verständlich, welche Informationen für die Erstellung einer Datenschutzerklärung einer kleinen Unternehmenswebsite benötigt werden können. Erstelle eine Checkliste der Punkte, die ich anschließend mit einem geeigneten Rechtsdienstleister prüfen sollte.“

Hier nutzt du die KI zur Vorbereitung und Orientierung, statt dich auf eine nicht überprüfte rechtliche Einschätzung zu verlassen.

Ähnliches gilt für technische Empfehlungen, medizinische Informationen oder finanzielle Entscheidungen.

Bei solchen Themen solltest du wichtige Angaben anhand zuverlässiger Quellen kontrollieren und bei Bedarf fachlichen Rat einholen.

Auch bei gewöhnlichen Texten lohnt sich eine kurze Prüfung.

Hat die KI deine Vorgaben eingehalten? Sind die Aussagen nachvollziehbar? Passen Stil und Inhalt tatsächlich zu deinem Vorhaben?

Mein Tipp: Betrachte KI-Ergebnisse grundsätzlich als Entwürfe oder Arbeitshilfen. Je wichtiger eine Aussage oder Entscheidung ist, desto sorgfältiger solltest du das Ergebnis überprüfen.

Ein guter Prompt muss nicht kompliziert sein

Vielleicht wirken die bisherigen Beispiele zunächst etwas ausführlich.

Du musst aber keineswegs für jede kleine Frage eine lange Anweisung schreiben.

Wenn du lediglich wissen möchtest, was eine bestimmte Abkürzung bedeutet, reicht häufig eine kurze Frage.

Bei umfangreicheren Aufgaben helfen dagegen zusätzliche Angaben.

Als einfache Orientierung kannst du dir vier Fragen merken:

Was soll die KI tun?

Beschreibe die eigentliche Aufgabe möglichst eindeutig.

Wofür wird das Ergebnis benötigt?

Erkläre kurz den Verwendungszweck und gegebenenfalls die Zielgruppe.

Wie soll das Ergebnis aussehen?

Nenne wichtige Vorgaben zu Länge, Sprache oder Darstellung.

Was soll besonders beachtet werden?

Ergänze Anforderungen, Einschränkungen oder Informationen, die auf keinen Fall fehlen dürfen.

Damit hast du bereits eine gute Grundlage für viele alltägliche Aufgaben.

Und falls das Ergebnis beim ersten Versuch noch nicht passt, kannst du die Anweisung jederzeit ergänzen oder präzisieren.

Gerade darin liegt eine der praktischen Stärken moderner KI-Werkzeuge: Du kannst mit ihnen arbeiten, Rückfragen stellen und Ergebnisse gemeinsam schrittweise verbessern.

Kurz gesagt

Gute KI-Ergebnisse beginnen häufig mit einer verständlichen Aufgabenstellung.

Beschreibe möglichst genau, was du erreichen möchtest, und gib der KI die Hintergrundinformationen, die sie dafür benötigt.

Bei größeren Projekten kann es sinnvoll sein, schrittweise vorzugehen. Vorgaben zu Länge, Sprache und Darstellung helfen zusätzlich, das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Wichtig: Auch ein guter Prompt garantiert keine fehlerfreie Antwort. Prüfe deshalb insbesondere Fakten, Zahlen und Aussagen, auf die du dich verlassen möchtest.

Du musst kein Experte sein, um bessere Prompts zu schreiben. Oft genügen bereits ein paar zusätzliche Informationen und die Bereitschaft, ein Ergebnis noch einmal gezielt verbessern zu lassen.

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