Illustration zur einheitlichen Verwendung von Schriftarten und typografischen Hierarchien auf Websites

Warum du nicht zu viele Schriftarten verwenden solltest

Schriftarten haben großen Einfluss darauf, wie eine Website wirkt. Sie können modern, sachlich, verspielt oder elegant erscheinen und tragen damit genauso zum Gesamtbild bei wie Farben, Bilder und andere Gestaltungselemente.

Wer jedoch zu viele verschiedene Schriften miteinander kombiniert, erreicht schnell das Gegenteil: Die Seite wirkt unruhig und verliert ihre klare Linie. Oft reichen eine oder zwei gut gewählte Schriftfamilien völlig aus – wenn Größen, Schriftschnitte und Abstände sinnvoll eingesetzt werden.

Viele Schriftarten machen eine Website nicht automatisch interessanter

Bei der Gestaltung einer Website ist die Versuchung groß, verschiedene Schriftarten miteinander zu kombinieren. Eine auffällige Schrift für die Überschrift, eine besonders moderne für den Fließtext und vielleicht noch eine dritte für Buttons oder hervorgehobene Bereiche – schließlich gibt es mehr als genug Auswahl.

Das Problem liegt weniger in der Anzahl allein, sondern darin, dass jede Schrift ihre eigene Formensprache mitbringt. Buchstaben unterscheiden sich in Breite und Höhe, Rundungen sehen anders aus und selbst die Abstände zwischen einzelnen Zeichen verändern sich. Treffen zu viele dieser Stile aufeinander, konkurrieren sie miteinander und der Seite fehlt eine gemeinsame visuelle Linie.

Eine gute Gestaltung braucht deshalb nicht möglichst viele unterschiedliche Elemente. Wiederkehrende Gestaltungsmuster sorgen vielmehr dafür, dass Inhalte zusammengehören, die Website aufgeräumt wirkt und Besucher sich schnell zurechtfinden.

Warum weniger Schriftarten meistens besser funktionieren

Schrift ist nicht nur dafür da, einen Text lesbar zu machen. Sie gehört zum Erscheinungsbild einer Website genauso wie Farben, Bilder oder das Logo.

Wenn Überschriften, Texte, Navigation und Buttons einem erkennbaren System folgen, entsteht automatisch ein einheitlicher Gesamteindruck. Besucher müssen nicht bewusst darüber nachdenken, warum eine Seite ordentlich und professionell wirkt – sie nehmen diese Konsistenz einfach wahr.

Weniger Schriftarten erleichtern außerdem die Orientierung. Eine bestimmte Größe und Stärke kann beispielsweise immer für Hauptüberschriften stehen, eine andere für Zwischenüberschriften und eine weitere für normalen Text. Dieses Muster wiederholt sich auf allen Seiten und wird dadurch schnell verständlich.

Ein weiterer Vorteil: Je weniger unterschiedliche Schriften und Varianten geladen werden müssen, desto einfacher bleibt auch die technische Umsetzung der Website.

Wie viele Schriftarten braucht eine Website wirklich?

Für viele kleinere Websites reicht eine einzige gut ausgebaute Schriftfamilie vollkommen aus.

Eine Schriftfamilie besteht häufig aus mehreren Schriftschnitten wie Regular, Medium, Semibold und Bold. Damit lassen sich bereits deutliche Unterschiede zwischen Fließtext, Überschriften, Navigation und anderen Elementen erzeugen, ohne tatsächlich verschiedene Schriftarten einsetzen zu müssen.

Wer zwei Schriftarten miteinander kombinieren möchte, kann beispielsweise eine markantere Schrift für Überschriften und eine besonders gut lesbare Schrift für längere Texte verwenden. Dabei sollten die beiden Schriften aber bewusst ausgewählt werden und erkennbar miteinander harmonieren.

Eine feste Regel, dass eine Website höchstens zwei Schriftarten verwenden darf, gibt es natürlich nicht. Je mehr unterschiedliche Schriften eingesetzt werden, desto schwieriger wird es jedoch, daraus ein konsistentes Gesamtbild zu schaffen.

Gerade bei kleinen Unternehmensseiten, privaten Projekten oder Blogs gilt deshalb meistens: Eine oder zwei Schriftfamilien sind mehr als genug.

Mein Tipp: Beginne bei einer neuen Website zunächst mit einer einzigen Schriftfamilie. Probiere unterschiedliche Größen und Schriftstärken aus. Oft wirst du feststellen, dass du damit bereits alle wichtigen Bereiche ansprechend gestalten kannst.

Schriftschnitte statt immer neuer Schriftarten

Um wichtige Inhalte hervorzuheben, braucht man nicht jedes Mal eine neue Schriftart.

Schon mit unterschiedlichen Schriftgrößen und -stärken lässt sich eine klare visuelle Hierarchie aufbauen. Eine große, kräftige Hauptüberschrift zieht den Blick auf sich. Zwischenüberschriften können etwas kleiner ausfallen, während normaler Fließtext in einer ruhigeren Stärke dargestellt wird.

Auch Farbe und Abstand spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine kleine rote Überschrift kann beispielsweise stärker auffallen als ein wesentlich größerer schwarzer Text. Mehr Abstand vor einer Überschrift signalisiert zusätzlich, dass ein neuer Abschnitt beginnt.

So entsteht Abwechslung, obwohl die eigentliche Schriftart gleich bleibt.

Wichtig ist vor allem, diese Regeln konsequent anzuwenden. Wenn eine Überschrift einer bestimmten Ebene auf einer Seite fett und groß erscheint, sollte dieselbe Überschriftenebene auf den anderen Seiten nicht plötzlich völlig anders aussehen.

Mein Tipp: Lege für deine Website feste Schriftgrößen und Schriftstärken für Überschriften und Fließtext fest. Verwende diese Einstellungen konsequent auf allen Seiten. Das spart später Arbeit und sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild.

Typische Fehler bei der Auswahl und Verwendung von Schriften

Ein häufiger Fehler besteht darin, Schriften nur danach auszuwählen, ob sie einzeln betrachtet gut aussehen. Zwei attraktive Schriftarten ergeben zusammen nicht automatisch eine gute Kombination.

Problematisch sind auch Schriften, die sich sehr ähnlich sehen, aber dennoch kleine Unterschiede besitzen. Statt eines gewollten Kontrasts entsteht dann schnell der Eindruck, bei der Gestaltung sei etwas nicht ganz einheitlich umgesetzt worden.

Bei längeren Texten sollte außerdem die Lesbarkeit Vorrang haben. Sehr verspielte, extrem dünne oder ungewöhnlich geformte Schriften können als gestalterischer Akzent funktionieren, sind für längere Absätze aber häufig anstrengend zu lesen.

Neben der Gestaltung lohnt sich auch ein Blick auf die technische Einbindung. Webfonts sollten möglichst nicht unnötig in zahlreichen Varianten geladen werden. Werden beispielsweise Google Fonts verwendet, ist eine lokale Einbindung auf dem eigenen Webserver häufig eine sinnvolle Lösung. Dadurch müssen die Schriftdateien nicht bei jedem Seitenaufruf von Google geladen werden. Dadurch muss der Browser die Schriftdateien nicht bei Google abrufen und die Website bleibt hinsichtlich Datenschutz und externer Abhängigkeiten übersichtlicher.

Mein Tipp: Betrachte deine Website nicht nur am großen Monitor. Prüfe insbesondere auf dem Smartphone, ob Überschriften gut lesbar sind, Texte angenehm wirken und die gewählten Schriftgrößen zusammenpassen.

Ein praktisches Beispiel: Pixeltrimmer

Auch diese Website verwendet bewusst nur eine Schriftfamilie: Inter.

Trotzdem sehen Hauptüberschriften, Zwischenüberschriften, Fließtext, Navigation und kleine Hinweise nicht alle gleich aus. Die Unterschiede entstehen durch verschiedene Schriftgrößen und -stärken sowie durch Farben, Abstände und die Position der Elemente.

Die große Überschrift dieses Beitrags verwendet dieselbe Schriftfamilie wie der Text, den du gerade liest. Auch die Navigation am oberen Seitenrand basiert auf Inter.

Dadurch bleibt die Gestaltung über die gesamte Website hinweg konsistent, ohne eintönig zu wirken.

Das ist gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, dass eine klare Gestaltung nicht davon abhängt, möglichst viele verschiedene Elemente einzusetzen. Oft entsteht ein ruhiger und professioneller Eindruck gerade dadurch, dass wenige Gestaltungsmittel konsequent verwendet werden.

Kurz gesagt

Für die meisten Websites reichen eine oder zwei gut ausgewählte Schriftfamilien vollkommen aus. Mit verschiedenen Größen, Schriftschnitten, Farben und Abständen lässt sich bereits eine klare Hierarchie schaffen.

Wichtiger als möglichst viel Abwechslung ist ein konsequentes System: Überschriften sollten wiedererkennbar sein, Fließtext gut lesbar bleiben und die verwendeten Schriften zum Gesamtbild der Website passen.

Weniger ist hier meistens mehr: Mit wenigen, konsequent eingesetzten Schriften wirkt eine Website ruhiger, übersichtlicher und professioneller.

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